Agnosie beschreibt ein Unvermögen, etwas zu erkennen, obwohl die Sinnesorgane eigentlich funktionieren würden.



Warum sollte ich mir über mein Managementverständnis Gedanken machen ?



Was ist unser industrielles Managementverständnis ?



Was wird im Digitalen Zeitalter anders sein ?


So, wie sich mit Dampfkraft oder Fliessband bei der Industrialisierung neue Möglichkeiten der Wertschöpfung ergaben, ergeben sich jetzt mit der Digitalisierung neue Möglichkeiten. Natürlich denken viele bei diesen neuen Möglichkeiten sofort an Effizienz, Kostensenkung und Cloud-Computing. Natürlich kann die Digitalisierung zu Kostensenkungen führen und weitreichenden Datenauswertung ermöglichen - aber das ist nichts Neues. Das macht die IT seit den 70'er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das wäre noch kein Grund, über unser Managementverständnis zu schreiben.

Die vernetzte Wertschöpfung kann die zentralen Produktionsstätten ablösen !

Ronald Coase hat z.B. im Zusammenhang mit der Industrialisierung die Transaktionskosten ins Spiel gebracht. Er sagt, dass ein Wertschöpfungsbeitrag dann besser innerhalb eines Unternehmens erbracht werden sollte, wenn man Kosten sparen kann, die sonst z.B. für die Partnersuche, die Verhandlungen, die Kommunikation oder der Bezahlung anfallen würden. Aber genau diese Kosten werden mit der Digitalisierung doch immer geringer. Geschäftspartner kann ich googlen, Verhandlungen können durch Biddings ersetzt werden und zeitaufwändiges Briefeschreiben oder Ausfüllen von Überweisungsträgern ist ebenfalls Geschichte. Was sich an dieser Stelle lächerlich selbstverständlich anhört, stellt aber damit in Frage, warum ein Wertschöpfungsbeitrag noch innerhalb eines Unternehmens erbracht werden sollte.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe, warum ein Wertschöpfunsbeitrag innerhalb des eigenen Unternehmens liegen soll :
  • z.B. weil wir hierin eine Uniqueness haben und der Kunde diesen Wertschöpfungsbeitrag von uns möchte
  • z.B. weil wir ein strategisches Ziel erreichen möchten und dafür ein unternehmerisches Risiko eingehen
  • z.B. weil wir immer noch eine Verantwortung für unsere Mitarbeiter haben und bereit sind, dafür die Kosten tragen
  • z.B. weil wir eine bereits getätigte Investition ausschöpfen - und einen Verlust vermeiden möchten
  • z.B. ...
Aber dann sollte es sich um eine bewusste Entscheidung handeln - und nicht um eine "haben-wir-immer-schon-so-gemacht-Haltung".

Um nun besser über die vernetzte Wertschöpfung sprechen zu können, beginnen wir mit einer groben Visualisierung. So wie wir ein Unternehmen symbolhaft gerne mit einem Industriegebäude, Dampfkraft-Kaminen und einem Organigram visualisieren, visualisieren wir die vernetzte Wertschöpfung mit folgender symbolhaften Darstellung :



Die roten (gemusterten) Bereiche stehen für das singuläre Management jedes Partners der vernetzten Wertschöpfung. Der grösser dargestellte Bereich in der Mitte (mit Dach) ist dabei das Unternehmen, dass diese Darstellung gerade zeichte und sich Gedanken über das eigene Management macht. Jedes Unternehmen hat also eine eigene Sicht auf eine vernetzte Wertschöpfung.

Der blaue Bereich steht für das übergreifende Management der vernetzten Wertschöpfung. Hierunter fallen z.B. Entscheidungen zum Kundenbild. Diese Entscheidungen können einheitlich für alle Wertschöpfungsteilnehmer gelten. Es wäre ja ungünstig, wenn ein Partner seinen Wertschöpfungsbeitrag an einer hohen Qualitätserwartung des Kunden ausrichtet, während ein anderer Partner seinen Wertschöpfungsbeitrag an einer niedrigen Preiserwartung des Kunden ausrichtet. Aber es gibt natürlich noch sehr viele weitere Beispiele für Entscheidungen, die innerhalb eines Kooperationsverbunds einheitlich getroffen werden sollten. Auch bezüglich der blauen Linie - also bezüglich der Grösse des umschlossenen Bereichs kann jedes Unternehmen bzw. jede strategische Geschäftseinhait eine eigene Sicht haben (mehr auf "Digitales Eco-System".


Warum sollte die vernetzte Wertschöpfung besser sein, als die zentrale Produktionsstätte des Industriezeiotalters ?

Sie muss ja gar nicht immer besser sein - aber sie könnte ...

Sie könnte vielleicht besser sein, wenn :
  • sich jeder Partner auf das konzenteriert worin die eigene Uniqueness liegt, und somit das Gesamtprodukt besser oder günstiger auf ein Kundenbedürfnis ausgerichtet ist.
  • der Kunde vorgängig sich bereits in einem gewissen Umfeld befindet und dort bereits betreut wird (Beispiel : Trägt der Kunde einen Smart Health Tracker und kann eine Empfehlung für eine medizinische Leistung abgeleitet werden, obliegt es vielleicht dem Besitzer der Smart Health Tracker - Daten, eine Vermittlung dieser medizinischen Leistung vorzunehmen, und somit den Kunden zu betreuen, bevor dieser seinen klassichen Hausarzt kontaktiert.).
  • aufgrund einer Datenanalyse ein besserer Kundenbedarf ermittlet werden kann (Beispiel : Aufgrund von Zusammenführung von Persönlichkeitsdaten und Bewegungsdaten kann dem Kunden zu einem spezifischen Zeitpunkt und an einem spezifischen Ort unaufgefordert eine Handlungsempfehlung an dessen Smartphone gesendet werden.)
  • die vernetzte Wertschöpfung durch Skalierung der Partner-Anzahl sehr flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren muss.
  • die Innovationskraft erhöht und/oder das Risiko gestreut werden möchte.
  • ...


Ist das Digitale Zeitalter nun gut, oder schlecht für uns ?



Ist es belegbar, dass das indusrielle Managementverständnis nicht mehr ausreichend für das Digitale Zeitalter ist ?




Unter "
Management im Digitalen Zeitalter" listen wir auf, zu welchen neuen Herausforderungen die HSW bereits Antworten bereitstellen kann.
Unter "
derzeitige Aktivitäten Schweizer Unternehmen" stellen wir ausgewählte Handungsoptionen vor, die wir derzeit erkennen bzw. zu denen wir derzeit eine Prüfung empfehlen.
HSW > Digitales Zeitalter > Digitales Zeitaltter